© Jo Zeitler

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Der Mensch hinter der Kamera?

Ein wenig über Jo Zeitler

Was wolltest Du 'später' werden, als Du etwa 10 Jahre alt warst?

Ich glaube das war die Zeit als ich von einer Karriere als Profifußballer geträumt hatte. Mein Vater ließ mir den Traum, wohl wissend, dass ich kein allzu großes Talent dafür hatte.

Wie alt warst Du, als zum ersten Mal dachtest: ‚Ich will Fotograf werden'?

Das war wohl 1980. Ich kaufte mir ein Buch mit dem Titel - Handbuch der Spiegelreflexpraxis und das steht heute noch im Regal.

Ich bekam auch damals eine Canon A1 und die musste natürlich ausprobiert werden. Egal ob mit meinen Eltern im Urlaub oder bei anderen Gelegenheiten. Als ich 14 war wurde sogar ein Bild von einer Sportveranstaltung, welches ich gemacht hatte, in der Lokalzeitung abgedruckt. Ich war mächtig stolz und fühlte mich irgendwie wie ein richtiger Fotograf.

Bist Du als Quereinsteiger zum professionellen Fotografieren gekommen oder hast Du eine beruflich passende Ausbildung gemacht?

Im Laufe der folgenden Jahr nahm das Interesse an der Fotografie erst einmal stark ab. Filme und das Ausbelichten waren teuer und Dias irgendwie nicht wirklich interessant. In dieser Zeit hatte ich andere Ideen mein Geld auszugeben. Erst viele Jahre später, als die Digitalkameras auf den Markt kamen wurde meine Begeisterung wieder geweckt. Da ich zu dieser Zeit als Webentwickler selbstständig war programmierte ich auch eine Software für den Onlinevertrieb von Bildern, welche ich auf Events gemacht hatte.

Richtig professionell betreibe ich die Fotografie seit 2015. Ich hatte Lust etwas Neues zu machen. Die Fotografie begleitete mich ja schon immer auf die ein oder andere Art und beruflich durfte ich immer mit Menschen zusammenarbeiten.

Welche berufliche Position hattest Du mit 30 Jahren?

Das müsste in etwa die Zeit gewesen sein als ich meine Position als Geschäftsführer eines Kunststoffverarbeitenden Betriebes aufgegeben und mein erstes Unternehmen gegründet habe. Ein Bekannter kam zu mir und erzählte mir von einer großen Sache in den USA.  - Internet. Irgendwie war uns zwar nicht klar wie groß die Sache wirklich ist, aber es klang interessant. Wir gründeten also ein Internetunternehmen, lernten Programmieren und Webdesign, und boten diese Leistungen Unternehmen aus der Region an.

Und dann?

Anfangs hatten wir wirklich eine sehr gute Positionierung, doch dann kamen die großen Player wie AOL auf den Markt. Ab diesem Zeitpunkt brach erst einmal der Markt an Einwahlkunden (die Sache mit den Modems ;-) ) ein. Nach dem Platzen der dotcom Blase im März 2000 war es dann an der Zeit sich neu zu orientieren. Ich ging in den Außendienst, eine Entscheidung die ich bis heute nicht bereue. Der Umgang mit Menschen ist bei weitem schöner, als der mit Bits & Bytes.

Warum hast Du Dich für die Portraitfotografie entschieden?

Ich denke nicht, dass es eine bewusste Entscheidung war. Sie kam irgendwie zu mir. Ich finde es faszinierend die Besonderheiten eines jeden Menschen herauszufinden und sie möglichst authentisch fotografisch zu zeigen.

Wie würdest Du Deine Bildsprache in wenigen Worten beschreiben?

Ich würde meine Bildsprache als reduziert bezeichnen. Ich versuche auf einem Bild nach Möglichkeit alles wegzulassen oder unterzuordnen, was den Betrachter unnötig ablenkt.

Warum nennst Du Dich Jo, wo Du doch eigentlich Jörg heißt?

Das hat zwei Gründe. Zum einen ist Jörg in meiner Generation ein Sammelbegriff - in unserem Bekanntenkreis heißt jeder 2. Jörg ) und zum anderen wegen der Internationalität. In vielen Ländern kann man Jörg weder schreiben, geschweige denn aussprechen.

Was ist Dein Motto im Bezug auf Fotografie?

Fotografie ist Einstellungssache.